Pflanzung von Sträuchern auf der Schlossmühlwiese

Sträucher sind wichtige Elemente der Kulturlandschaft. Sie bremsen den Wind und bieten vielen Tieren Nahrung und Unterschlupf. Daher wurden in einer gemeinsamen Aktion Sträucher für die Randbepflanzung der Schlossmühlwiese bestellt und Anfang März eingepflanzt. Gekauft wurden sowohl Sträucher für Beeren, wie Stachelbeeren, wie auch Sträucher, die nur der Tierwelt dienen, wie Hasel, Pfaffenhütchen oder Faulbaum. Letzterer ist die Futterpflanze des Zitronenfalters, den man gerade jetzt schon beobachten kann. Die Sträucher trugen zwar kein Herkunftszertifikat, jedoch wurden sie aus einer Baumschule in der Nähe bezogen, in der uns versichert wurde, dass es sich um regionale Pflanzen handelt.

 

Nachdem die Sträucher fachmännisch eingepflanzt waren, blieb noch Zeit um an den Steinobstjungbäumen den 1. Schnitt durchzuführen. Unser erster Vorsitzender Dr. Gerd Dettweiler, der inzwischen die Ausbildung zum Obstbaumwart abgeschlossen hatte, erklärte, worauf es dabei ankommt: Ein Obstbaum soll gemäß der Öschberg-Palmer-Methode eine Spitze und 4 Leitäste ausbilden, die beim ersten Schnitt angelegt werden. Die Äste sollen nach Möglichkeit einen Winkel von 45 Grad zur Stammverlängerung haben, zu steile Äste können schlitzen, zu flache vom Gewicht der Früchte nach unten gezogen werden. Eine moderate Einkürzung der Triebe regt das Holzwachstum an.

 

Weitere Strukturen für die Artenvielfalt wurden angelegt, wie Totholz- und Lesesteinhaufen. Derartige Strukturen können z.B. als Unterschlupf oder Sonnenplatz für Kleinsäuger oder Reptilien dienen.

 

Obwohl die Bäume und Sträucher noch klein sind und sich auch noch kein dichter Bodenbewuchs eingestellt hat, konnten schon interessante Arten beobachtet werden, wie die Keusche Kuckuckshummel, eine Hummel, die andere ihren Nachwuchs aufziehen lässt, was bei den Stechimmen gar nicht so selten vorkommt. Besonders gefreut haben wir uns über die Entdeckung eines winzigen Schmetterlingseies an der Knospe eines Faulbaums, gar nicht lange nach der Pflanzung.

Trotz des lockeren Bewuchses sind interessante Arten an Ackerunkräutern, inzwischen Ackerbegleitflora genannt, zu finden, wie die blaue Ackerochsenzunge, das hübsche Ackerstiefmütterchen und die pinkfarbene Stängelumfassende Taubnessel.


Text und Fotos: Waltraud Huni