Offenbach: Rumpenheimer Schlosspark

Frühlingsspaziergang zwischen Bärlauch und Käuzen

 

„Wer den Schlosspark in Rumpenheim durchstreift, der kann sich an einem schönen Fleckchen Erde erfreuen.“ schreibt die Stadt Offenbach auf ihrer Internetseite.

Diese Aussage ist zweifellos richtig – selbst wenn sich der Naturfreund an mancher Stelle etwas weniger Aufgeräumtheit und mehr Wildheit wünschen würde. Zahlreiche Tiere kommen mit den aktuellen Verhältnissen dennoch gut zurecht und lassen sich mit Geduld auch leicht beobachten. Zu verdanken ist dies insbesondere den vielen sehr alten Bäumen und einigen zugewachsenen, fast blickdichten Arealen.

Bei einem Frühlingsspaziergang im April 2021 konnte ich folgende Vögel feststellen – und habe dabei sicher auch einige übersehen/überhört:

Nachtigall
Amsel
Singdrossel
Rabenkrähe
Dohle
Eichelhäher
Waldkauz
Mäusebussard
Schwarzmilan
Rotmilan
Grünspecht
Star
Kohlmeise
Blaumeise
Mönchsgrasmücke
Hohltaube
Ringeltaube
Zilpzalp
Kleiber
Gartenbaumläufer
Zaunkönig
Rotkehlchen
Buchfink

Einige der Vögel hatten schon Junge, andere waren noch am Brüten und wieder andere trugen gerade Nestmaterial ein.

Außer Vögeln lassen sich auch Eichhörnchen bei ihren waghalsigen Kletter- und Springaktionen beobachten, wobei sich gerade die Junghörnchen wenig scheu zeigen. Raben wird immer wieder nachgesagt, sie räuberten die Nester anderer Vögel aus. Das ist richtig, aber die putzigen Eichhörnchen mit ihren schwarzen Knopfaugen können das noch viel besser. Das Verhalten beider Arten ist jedoch nicht bedrohlich, räumt der Mensch nicht die Landschaft aus und vernichtet damit Deckungs- und Versteckmöglichkeiten.

Die Pflanzenwelt des Rumpenheimer Schlossparks ist zwar stark nach gärtnerischen Aspekten gestaltet, es bleibt jedoch genug Raum für zahlreiche Frühlingsblüher, die niemand angepflanzt hat.
Dreh- und Angelpunkt für den unschätzbaren Wert dieses Parks direkt am Main sind die alten Bäume mit jeweils eigenem Charakter. Diese Bäume verfügen über Höhlen, Ritzen, Astgabeln und damit einen idealen Lebensraum, der anderenorts unwiederbringlich immer mehr verloren geht.

 

 

 

 

Fotos und Text © Sabine Streckies, 29.04.2021