· 

Birding im Sommer

Junges Rotschwänzchen auf einem Pfosten sitzend
Jungvogel Hausrotschwanz

Jetzt mitten im Sommer sind die Vögel leiser geworden. Der schöne Gesang zum Anlocken einer Partnerin oder zur Verteidigung des Reviers ist nicht mehr notwendig, da der Nachwuchs längst ausgeflogen ist. Manche unserer Singvögel sind schon in der Mauser, daher weniger mobil: ein weiterer Grund dafür, sich eher im Verborgenen aufzuhalten.

 

Aber die Vögel sind noch da und mit etwas Glück und Geduld ist es möglich den Nachwuchs bei der Futtersuche zu beobachten. Die Jungvögel sind zum einen hungrig und zum anderen weniger geschickt als ihre Eltern, sodass sie etwas mehr Zeit dafür aufwenden müssen.

 

Gleich vier junge Rotschwänzchen konnte ich in dieser Woche auf unserer Schlossmühlwiese beobachten. Sie nutzten Pfähle und Verbißschutz der Streuobstbäume geschickt als Ansitzwarte. Als Jungvögel zu erkennen sind sie an der noch nicht vollständig ausgebildeten Färbung und an dem gelblichen Rand am Schnabel.

Auch ein junger Neuntöter traute sich in den Bereich meiner Kamera – aber erst nach einem misstrauischen Blick. 

Dann landete ein ganzer Trupp Bluthänflinge in meiner Nähe. Die Jungen waren noch in Begleitung der Eltern und ließen sich von diesen mit Samen von Kräutern und der letzten Rapspflanzen füttern.

Ringeltauben und Stare waren schon in großen Trupps unterwegs, zwar außerhalb der Reichweite der Kamera, jedoch darf davon ausgegangen werden, dass es sich um Eltern- und Jungtiere handelt.

 

Bei einem kleineren Trupp aus Stieglitzen konnten Eltern und Jungtiere noch unterschieden werden.

Auch an dem nahe gelegenen Bieberbach, der nun durch den Biberdamm zu einem großen Gewässer aufgestaut ist, lässt sich jede Menge Jungvolk bequem vom Weg aus beobachten. Besonders süß sind die jungen Zwergtaucher, die teilweise schon alleine unterwegs sind, und teilweise sich noch vom Elterntier füttern lassen. Bläß- und Teichhühner ähneln immer mehr ihren Eltern und sogar junge Nilgänse sehen eigentlich doch auch ganz niedlich aus.

 

Text und Bilder © NABU / Waltraud Huni