Wildblumenwiese auf dem Gailenberg

 

Für Artenvielfalt bei Hummeln, Bienen und Insekten

 

 

Wildblumenwiese am Gailenberg als Nahrung für Bienen und Hummeln

 

Mitglieder des NABU-Ortsverbandes Mühlheim haben auf einer insgesamt 2400 m“ großen Fläche am nordöstlichen Rand des Streuobstgeländes Gailenberg Wildblüten-saatgut ausgebracht, damit insbesondere Hummeln, Bienen und auch Schmetterlinge künftig wieder genügend Nahrung finden.

Die Aussaat erfolgte vom NABU Anfang Mai. Diese zukünftige Wildblütenwiese war bisher von insbesondere kanadischen Traubenkirschen überwuchert gewesen.

Die Umgestaltung war nur möglich in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Offenbach sowie mit privatem Einsatz und Beratung von Imker Jürgen Panthöfer, Herrn Barthel sen., Mühlheimer Gartencenter und von Landwirt Engelbert Bergmann.

Veranlassung waren umfangreiche Studien, die nicht nur einen starken Rückgang der Artenvielfalt belegen, sondern auch, dass wildlebende Insekten in allen Anbausystemen einen positiven Effekt auf den Fruchtansatz haben. Sie erreichen mit der gleichen Zahl von Blütenbesuchen einen doppelt so hohen Fruchtansatz wie Honigbienen. Die höhere Effizienz der wildlebenden Insekten wird mit größerer Menge und besserer Qualität der transportierten Pollen vermutet. Allerdings brauchen wildlebende Insekten natürliche Ressourcen wie Nahrung und Nistplätze.

Nach Beobachtung der UNB, der Imker und des NABU wird seit Jahren ein starker Rückgang der Nahrungsquellen für Hummeln und Bienen, aber auch für Schmetterlinge registriert. Der Rückgang der Insekten ist immens. So wurde z.B. in einer Untersuchung in NRW ein Rückgang des Insektenbestandes von über 50 Prozent und der Insektenarten um 22 Prozent belegt. Dies hat auch Folgen für die Vogelwelt, denn viele Arten insbesondere Mauersegler und Schwalben kämpfen ums Überleben.

Mit dieser neu angelegten Wildblumenwiese wird zum Einen ein Beitrag geleistet diese Entwicklung umzukehren. Gleichzeitig soll es aber auch ein impulsgebendes Referenzbeispiel für weitere Wildblütenwiesen sein.

Weil drei Saatmischungen auf getrennten Flächen ausgesät wurden, wird jetzt für uns zu beobachten sein, wie bei fast gleichen Aussaatbedingungen die verschiedenen Saatgut-mischungen sich entwickeln werden. Weiterhin vorgesehen ist auch im Herbst gezielt noch Grassorten auszusäen.
Ein weiteres Ziel ist es, dass Kindern und Jugendlichen die Vielfalt der heimischen Flora und Fauna nicht nur zu präsentieren, sondern sie selbst für den Natur- und Artenschutz aktiv werden zu lassen. Besonders wirkungsvoll ist dieses, wenn es gelingt, so früh wie möglich ihnen erfolgreiche Gestaltungsbeispiele konkret zeigen zu können oder besser noch, selbst beobachtet und mitgestaltet werden können. Praktische Naturschutzarbeit muss erfahrbar gemacht werden, wenn aktive Taten folgen sollen. Aus didaktischer Sicht im Hinblick auf das Ziel, den Schülern eine Handlungskompetenz zum Schutz und Erhalt der Biodiversität zu vermitteln, ist es somit sinnvoll, Schülern die Möglichkeit zu geben, aktiv vor Ort ihren Lebensraum zu gestalten, denn dadurch kann bei den Kindern die Motivation entstehen, selbst tätig zu werden, eigene Projekte starten zu wollen und praktischen Naturschutz zu unterstützen.